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Kamerasysteme

Das einzige Kamerasystem, welches in der Dentalfotografie sinnvoll eingesetzt werden kann ist die Spiegelreflex Kamera. Bei diesem System wird das Objekt durch das Kameraobjektiv hindurch betrachtet und man sieht genau, was man fotografiert. (Bei Sucherkameras ist dies nicht der Fall). Mittelformat Kameras sind im allgemeinen zu groß und zu schwer.

Eine Dentalkamera sollte folgende Features besitzen:

folgende Funktionen sind nicht zwingend notwendig aber äußerst sinnvoll: Eine Kamera die sich hervorragend für die Dentalfotografie eignet ist die Contax Aria (Abb.1). Diese MF-Kamera verbindet eine hochwertige Verarbeitung mit den notwendigen Funktionen wie Zeit-, Blenden-, und Programmautomatik. Sie besitzt die wichtige Abblendtaste zur Schärfentiefenkontrolle. Außerdem ermöglicht sie Mehrfachbelichtungen und automatische Blendenreihen. Durch Ihre Handlichkeit und das geringe Gewicht liegt sie außerordentlich gut in der Hand. Die Sahnestückchen sind in den Carl Zeiss Objektiven zu sehen, mit welchen diese Kamera bestückt wird.
 
Abb.1) Eine Kamera welche diese Eigenschaften harmonisch vereint, ist z.B. die Contax ARIA mit Carl Zeiss Makro Objektiv.

Objektive:

Mit einem 50 mm Normalobjektiv und einem Makroobjektiv der Brennweite 100 mm (möglichst mit einem maximalen Abbildungsmaßstab von (1:1) ist man für die Dentalfotografie bestens gerüstet. (Abb.2)
 
Abb.2) Ein 50 mm Normalobjektiv und ein 100 mm Makroobjektiv sind die beiden Arbeitspferde des Dentalfotografen

Ein Zoomobjektiv ist für die Dentalfotografie ungeeignet. Als zusätzliches Objektiv macht es die Kamera jedoch alltagstauglich für die Porträt- und Freizeitfotografie.

Licht und Blitzsysteme:

Für den Einstieg in die Dentalfotografie eignet sich für die Mundfotografie ein Zangenblitz. Der Vorteil des Zangenblitzes ist, daß er ebenfalls gut für die Produktfotografie kleiner und mittlerer Objekte geeignet ist. Größere Objekte oder Repro´s lassen sich mit Tageslicht Leuchtstofflampen schattenfrei ausleuchten. Bei häufigem Einsatz ist die Verwendung einer Blitzanlage das Mittel der Wahl. Nachfolgend sind die verschiedensten Lichtquellen mit Vor- und Nachteilen aufgeführt.

Halogenlampen: (gut geeignet für die Porträtfotografie)

Vorteil:  preiswert; hohe Leistung

Nachteil:  große Wärmeentwicklung; Anpassung der Farbtemperatur mittels KB-Filter  notwendig; wegen kleiner Leuchtfläche stark gerichtetes Licht mit Reflex- und  Schattenwirkung

Tageslicht Leuchtstofflampen: (besonders geeignet für die Repro- und Produktfotografie) (Abb.3)

Vorteil:  durch großflächige Abstrahlung diffuse und schattenarme Ausleuchtung; sehr geringe Erwärmung

Nachteil:  „Anheizzeit“ von ein paar Minuten; Farbkorrektur mittels FL-D Filter notwendig
 
Abb.3) Die Tageslicht Leuchtstofflampe (hier: DULUX S LUMILUX DE LUXE mit der Lichtfarbe 12 von Osram) ermöglicht eine weiche, diffuse Beleuchtung

Ringblitze: (besonders geeignet für die Oralfotografie, schlecht für die Produktfotografie)

Vorteil:  leicht; handlich; erlaubt sehr kurzen Aufnahmeabstand zum Objekt; bei sehr beengten Mundverhältnissen von Vorteil

Nachteil: durch flache Ausleuchtung schlechter Kontrast und mäßiges Ergebnis; teilweise störende, kreisrunde Lichtreflexe auf den fotografierten Objekten; für die Produktfotografie nur mäßig geeignet

LED - Ringleuchten: (besonders geeignet für die Digitalfotografie im Oralbereich, weniger für die Produktfotografie)

Vorteil:bereits vor dem Auslösen sehr helle Ausleuchtung; leicht; handlich; erlaubt sehr kurzen Aufnahmeabstand zum Objekt; bei beengten Mundverhältnissen von Vorteil

Nachteil: durch flache Ausleuchtung schlechter Kontrast und mäßiges Ergebnis; teilweise störende, kreisrunde Lichtreflexe auf den fotografierten Objekten; für die Produktfotografie nur mäßig geeignet; längere Belichtungszeit als beim Ringblitz

Zangenblitze: (sehr gut geeignet für die Oralfotografie und der Produktfotografie kleiner Objekte) (Abb.4)

Vorteil: durch schräge Einstrahlung erhält das fotografierte Objekt einen sehr natürlichen, plastischen Ausdruck mit hohem Kontrast und hoher Tiefe; die "beste" Lichtquelle, wenn man Frontzähne fotografieren will; wesentlich größerer Einsatzbereich als der Ringblitz, da er ebenfalls in der Produktfotografie eingesetzt werden kann

Nachteil:  etwas unhandlicher als der Ringblitz
 
Abb.4) Zangenblitze (hier: Auto-Duo-Flash von Novoflex) sind wesentlich vielseitiger als der Ringblitz

Blitzanlagen: (excellent geeignet für die anspruchsvolle Produkt- und Porträtfotografie)

Vorteil:  sehr große Leistung; Adaption der verschiedensten Lichtvorsätze möglich; erlaubt  absolut professionelles Arbeiten in der Produkt- und Porträtfotografie.

Nachteil:  teuer; erfordert externe Belichtungsmessung

Nützliches Zubehör

Es klingt vielleicht lapidar, eine Liste von Hilfsmitteln aufzustellen, welche sich normalerweise in irgendwelchen Schubladen tummeln. Aber gerade diese simplen Hilfsmittel ermöglichen erst ein professionelles Arbeiten.

Butterbrotpapier: Butterbrotpapier vor das Blitzgerät geklebt mindert die starke Reflexwirkung und gewährleistet eine weichere Ausleuchtung.

Dritte Hand: Diese als „Löthilfe“ bekannte Vorrichtung von zwei beweglichen Krokodilklemmen auf einem schweren Standfuß eignet sich hervorragend zum  Positionieren kleiner Objekte in der Makrofotografie. (Abb.5)
 
Abb.5) Die „Dritte Hand“ ist ein äußerst nützliches Zubehör

Fotokartons: Diese farbigen Hintergründe schaffen in der Produkt- und Porträtfotografie  ein professionelles Ergebnis. Dadurch werden störende Bildelemente wie  z.B. ein zahntechnisches Gerät oder eine Türklinke im Bildbereich  eliminiert.

Glasplatte: Für die „Freistellung“ eines zahntechnischen Objekts empfiehlt sich eine  Glasplatte. Dadurch wirkt das Objekt losgelöst, fast im Raum schwebend.

Kreuzschlitten:  Speziell in der Produkt- und Makrofotografie hat sich die Verwendung eines  Kreuzschlittens bewährt. Dadurch kann der Bildausschnitt des fotografierten Objekts streßfrei gewählt werden. Außerdem besteht dadurch  die Möglichkeit der präzisen Scharfstellung unter Beibehaltung des  gewählten Abbildungsmaßstabes. (Abb.6)
 
Abb.6) Der Kreuzschlitten (Soligor) ermöglicht speziell im Makrobereich exaktes  Scharfstellen

Mundspanner: Auf diese Hilfsmittel (Abb.7) sollte nicht verzichtet werden, da Finger oder Mundspiegelchen, die zum Abhalten der Lippen und Wangen benutzt werden,  den Bildaufbau empfindlich stören.
 
Abb.7) Mundspanner (Produktfoto: Hager & Werken)

Mundspiegel: Wegen der schlechten Zugänglichkeit ist dies ein für die Oralfotografie  (Okklusal- und Seitenzahnbereich) absolut notwendiges Hilfsmittel.

Mundspülbecher: Ein aufgeschnittener Mundspülbecher vom Zahnarzt kann hervorragend als  Mini-Lichtzelt für die schattenfreie Ausleuchtung kleiner Objekte verwendet  werden.

Reprostand: Wer häufig Reproduktionen erstellt, besitzt mit dieser Vorrichtung ein  nützliches Zubehör.

Schieblehre: Zur Bestimmung des notwendigen Abbildungsmaßstabes speziell kleiner  Objekte hat sich eine handelsübliche Schieblehre bestens bewährt.

Schwarzes Tuch: Durch diesen neutralen Hintergrund tritt das fotografierte Objekt in den  Vordergrund.

Spiegel: Mit Hilfe eines Spiegels als Objektunterlage können interessante Effekte  erzielt werden.

Stativ: Für die Produktfotografie ist ein stabiles, standsicheres Stativ unerläßlich.

Styroporplatten: In der Produktfotografie kann mit handelsüblichen Styroporplatten ein  „Lichtzelt“ um das Objekt gebaut werden. Dadurch erhält man eine  schattenfreie Ausleuchtung.